Verwendung










Eichenholz als Baumaterial

Eichenholz wird in der Möbelherstellung, im Schiffsbau und für Wein- oder Whiskeyfässer verwendet, da es die Aromen von Flüssigkeiten gut aufnehmen und speichern kann. Die Verwendung dieser Holzart reicht weit in die Vergangenheit zurück. Zeitweise wurden sogar Kriege geführt, um den Nachschub von Eichenholz für den Schiffsbau zu sichern.


Eichenholz als Brennmaterial

Einige Eichenarten eignen sich aufgrund ihres hohen Brennwertes als Feuerholz. Weiden-, Rot- und Weißeichen gehören zu den effizientesten Hölzern, wenn es darum geht, den Kamin zum Lodern zu bringen.

Verwendung als Heilpflanze 

Teile von Eichen wurden schon seit geraumer Zeit für medizinische Zwecke verwendet. Auch die keltischen Druiden glaubten bereits an eine heilende Wirkung der Eichenmistel, die sie in ihren Heilgetränken verwendeten. 

Die Rinde der Eiche wurde schon in der Antike wegen ihrer austrocknenden Wirkung bei der Wundbehandlung geschätzt. Auch bei unspezifischen Durchfallerkrankungen war die Eichenrinde ein beliebtes Mittel. 

In früheren Zeiten kamen außer der Rinde auch kleingeschnittene, geröstete Eicheln als Eichelkaffee zum Einsatz, um das Immunsystem schwächelnder Kinder zu stärken. 

Eichenrinde in der heutigen Medizin

Heutzutage wird Eichenrinde immer noch in Medikamenten verwendet. Die Hauptwirkstoffe der Eiche sind die Gerbstoffe (Tannine) in der Baumrinde. Sie reagieren mit körpereigenen Eiweißmolekülen der Haut und Schleimhäute und überführen sie in funktionslose, unlösliche Verbindungen. 

Die Zellen der obersten Hautschicht verlieren dabei Wasser und es entsteht ein Schutzfilm. Medizinisch resultieren daraus einige Vorteile, wie etwa ein erschwertes Eindringen von körperfremden Stoffen wie Giftstoffen und Krankheitserregern, beispielsweise an der Mundschleimhaut.


Wirkung der Eichenrinde:

  • keimhemmend, virustatisch
  • entzündungshemmend
  • regenerierend
  • gewebeverdichtend, abdichtender Effekt an Haut und Schleimhäuten
  • zusammenziehend und austrocknend (förderlich für die Wundheilung)
  • verminderte Durchlässigkeit der feinsten Verzweigungen von Blut- und Lymphgefäßen
  • blutstillend
  • schweißhemmend (bei übermäßiger Schweißproduktion)
  • juckreizlindernd (durch Abschwächung der Nervenreize in der Haut)

Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel werden Präparate mit Eichenrinde heute offiziell für folgende Anwendungsgebiete empfohlen: 

  • zur lokalen Behandlung von entzündeten Schleimhäuten im Mund- und Rachenraum
  • äußerlich bei entzündlichen Hauterkrankungen und nässenden Ekzemen
  • Atemwegsinfekte (Erkältungen)

Eichen zur Wettervorhersage?

Es gibt eine alte Bauernregel, die besagt: „Blüht die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche (= trockener Sommer), blüht die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche (= verregneter Sommer).“

Bestätigt hat diese Wetterregel Ulf Büntgen von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft bei Zürich. Er und seine Forscherkollegen haben die Jahresringe von knapp 1000 Eichen bekannten Alters aus Nordhessen und Südniedersachsen analysiert. 

In den Jahren 1315 bis 1317 kam es zu einer weitreichenden Dürre. Die Eichen litten und bildeten nur schmale Ringe. In ganz Europa litten die Menschen in dieser Zeit Not und Hunger. 

Auffällig war dann auch der erhöhte Sommerniederschlag in den 1350er bis 1370er Jahren. Niemals gediehen die Eichen besser als in dieser feuchtwarmen Zeit.